Donnerstag, 24.06.2021 01:55 Uhr

Feuerwehr fehlt im österreichischen Impfplan!

Verantwortlicher Autor: Haas Österreich, 06.02.2021, 11:56 Uhr
Presse-Ressort von: Dr. Franz Haas Bericht 5726x gelesen
Feuerwehr hilft wo sie kann, helft auch der Feuerwehr!
Feuerwehr hilft wo sie kann, helft auch der Feuerwehr!  Bild: Haas

Österreich [ENA] Der österreichische Bundesfeuerwehrverband hat gestern heftig das Fehlen seiner Organisation im aktuellen Impfplan der österreichischen Bundesregierung kritisiert. Im aktuellen Impfplan vom 1. Februar scheinen Feuerwehrangehörige als Gruppe der kritischen Infrastruktur nicht mehr auf.

Auch die Gruppe der kritischen Infrastruktur an sich sei im Plan entfallen, sagte der Feuerwehrverband. Und dies, obwohl zuvor Experten, aber auch Politiker betont hatten, dass die Feuerwehr zur kritischen Infrastruktur zählt und bereits in Phase 2 des Impfplans berücksichtigt werde. Bundesfeuerwehrpräsident Albert Kern ärgert dies umso mehr, als zur Unterstützung der von der Bundesregierung angeordneten Massentests rund 30.000 Feuerwehrleute ohne zu zögern ausgerückt sind, um diese Aktion mit Logistik und Manpower zu unterstützen. Die Feuerwehrmitglieder in Österreich sind jetzt umso mehr enttäuscht, und verstehen diese Vorgangsweise nicht.

"Nun werden wir still und heimlich aus dem Impfplan gestrichen und nicht einmal mehr in der Phase 3 erwähnt. Das kann ich weder verstehen noch akzeptieren“, so Feuerwehrpräsident Albert Kern verärgert, der an das Gesundheitsministerium appelliert, hier rasch Nachjustierungen vorzunehmen. Seitens des Gesundheitsministeriums heißt es, dass derzeit ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen, die besonders schutzbedürftig sind, absoluten Vorrang haben, weil bei ihnen in vielen Fällen Ansteckungen zum Tod führen können und aufgrund der Impfstoffknappheit die hohe Zahl der zu impfenden Feuerwehrangehörigen gegenüber jenen, die ein medizinisches Risiko für einen schweren Verlauf haben, nicht zu rechtfertigen sei.

Die für das Ehrenamt zuständige Ministerin Elisabeth Köstinger war Freitag Abend um Beruhigung bemüht, was ihr allerdings nicht wirklich gelang. Sie meinte es sei "eine Selbstverständlichkeit, das Feuerwehrangehörige, die bei Test- oder Impfstraßen im Einsatz sind, so wie das Gesundheitspersonal behandelt werden und vorzeitig geimpft werden". Mehr Beruhigung brachten da schon die Aussagen der Landespolitiker, für die klar ist, dass Feuerwehrangehörige wie andere Blaulichtorganisationen in gleicher Phase geimpft werden. So meinte der niederösterreichische Landeshauptmannstellvertreter Stephan Pernkopf: "wir können uns auf sie verlassen und sie sich auch auf uns".

"Es ist für uns in Salzburg einfach selbstverständlich, dass die zirka 10.500 Feuerwehrleute in Phase 2 geimpft werden", wird auch Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) in einer Aussendung zitiert. "Sie sind eine wichtige Stütze im täglichen Einsatz, aber auch in Krisensituationen und Katastrophensituationen. Auf sie ist immer Verlass und daher werden sie sobald wie möglich und wie im Salzburger Impfplan vorgesehen gegen das Coronavirus geimpft." Damit sind die Floriani gleichzeitig mit den anderen Blaulichtorganisationen an der Reihe – sobald die Impfdosen zur Verfügung stehen. Bleibt zu hoffen, dass sich diese Zusagen in ganz Österreich durchsetzen und der Impfplan der österreichischen Bundesregierung entsprechend angepasst wird.

Denn schlimm wäre es, wenn ehrenamtlich tätige Feuerwehrmitglieder plötzlich still und heimlich auch auf die Idee kämen, Notsituationen aus ihren Einsatzplänen zu streichen, vielleicht mit dem Bemerken, derartige Einsätze sind derzeit zu gefährlich, wir könnten uns mit Covid-19 anstecken! Aber daran denken Österreichs Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen derzeit ohnedies nicht, denn sie halten das, was sie als Blaulichtorganisation versprechen. Bleibt zu hoffen, dass dies auch für die politisch Zuständigen gilt!

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