Dienstag, 28.04.2026 16:03 Uhr

Indien entzieht christlichen Schulen Lehrbefugnis

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 28.04.2026, 11:08 Uhr
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Wien [ENA] Vatikan News hat im April 2026 darauf hingewiesen, dass die Bedrohungen für das Christentum und für missionarische Aktivitäten in den letzten Jahren in Indien zugenommen haben, nachdem hinduistische Gruppen zunehmend kulturellen Nationalismus einfordern. Konkret geht es darum, dass im Bundesstaat Rajasthan einer christlichen Schule die staatliche Lehrbefugnis wegen Bekehrungsversuchen von Schülern entzogen wurde.

Dieser Fall ist kein Einzelfall, da es in Indien in der Zwischenzeit 13 Bundesstaaten gibt, die strenge Anti-Konversionsgesetze eingeführt haben. Dabei sind unter den 1,38 Milliarden Indern, die Katholiken nur eine relativ kleine Minderheit von 18 Millionen, aber ihr Einfluss in der Lehrtätigkeit, in der Sozialarbeit oder der Armenfürsorge ist überproportional groß. Dieses riesige Land Indien unterscheidet sich nämlich von jenen Ländern, deren Verständnis der geistigen und materiellen Welt sich im Monotheismus eingeengt hat und die sich damit auch von ihrer evolutionären und urmenschlichen Vergangenheit stärker abgenabelt haben mit ihrem strikten Bilderverbot. Ganz anders in Indien mit seinen Millionen Göttern, viele davon in Tierformen.

Dabei ist Indien trotzdem eine Hochkultur mit exquisiten Leistungen in Musik, Tanz, Handwerk, Kochkunst, Literatur oder IT. Überhaupt ist der Hinduismus hauptsächlich ein Komplex religiöser Traditionen und gesellschaftlicher Phänomene, der eigentlich über kein gemeinsames Glaubensbekenntnis oder über eine zentrale religiöse Institution verfügt, sodass sich der Glaube noch archaisch und chaotisch zeigen darf. Während sich zur Zeit gerade die großen monotheistischen Religionen Islam, Christentum und Judentum wiedereinmal gegenseitig in Kriegen zerfleischen, stellt sich die Frage, ob Gesellschaften mit einem Eingottglauben als allein seligmachende Vorstellung jemals zur Ruhe kommen und die Welt als pluralistisch begreifen können.

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