Dienstag, 13.04.2021 18:23 Uhr

Voltigieren, eine Sportart in der Krise

Verantwortlicher Autor: Haas Österreich, 03.02.2021, 16:46 Uhr
Presse-Ressort von: Dr. Franz Haas Bericht 4540x gelesen
Voltigieren
Voltigieren  Bild: Haas

Österreich [ENA] Österreich zählt zu den führenden Nationen im Voltigiersport, dem Turnen auf dem galoppierenden Pferd. Welt- und Europameistertitel im Pas de deux und im Gruppenvoltigieren und Spitzenplätze in allen Voltigierdisziplinen erzielten österreichische Sportler in den letzten Jahren.

Aber durch die derzeit die Welt beherrschende Pandemie wurde blitzartig alles anders. Internationale Wettkämpfe wurden abgesagt, nationale Wettkämpfe mehrfach verschoben und dann ebenfalls abgesagt. Im Jahr 2020 gab es seit Ausbruch der Pandemie lediglich 2 Wettkämpfe, wo sich österreichs Voltigierer präsentieren konnten und bei beiden Veranstaltungen gab es aufgrund der Umsicht der Veranstalter und der Disziplin der Sportler keine Ansteckung, obwohl eine der Veranstaltung sogar im Rahmen einer Messe stattfand. Bis November gab es für Österreichs Voltigierer noch die Möglichkeit, gemeinsam mit ihren Trainern und Pferden diesem schönen, akrobatischen Sport nachzugehen, dann aber wurden Sportstätten gesperrt.

Im Dezember schließlich wurde Einzelsport im Freien wieder gestattet. Der österreichische Pferdsportverband begrüßte es, dass somit auch sportliches Reiten im Freien wieder möglich wurde. Auf der Strecke blieb aber nach wie vor die Pferdesportart Voltigieren. Denn Voltigieren im Freien, bei Regen, Schnee und Minusgraden ist nicht denkbar. Viel zu groß wäre die Verletzungsgefahr, wenn ein Sportler vom nassen, rutschigen Pferd fallen würde. Mit ein Grund, warum Voltigierveranstaltungen fast ausschließlich in Reithallen stattfinden oder zumindest unter Dach ausgetragen werden. In Reithallen in einer Größen von durchschnittlich 20x40 oder 20x60 m, 5 bis 6m hoch, in denen 8 bis 9 Voltigierer mit 1 oder 2 Trainern auf 1 oder 2 Pferden arbeiten.

Bislang ist in ganz Österreich noch kein Fall bekannt geworden, wo sich ein Pferdsportler in einer Reithalle mit Covid-19 infiziert hätte. Aber die einschlägigen Bestimmungen, zuletzt § 9 der 4.Covid-19- Notmaßnahmenverordnung lassen Sport lediglich im Freien zu. Ausgenommen davon sind lediglich Spitzensportler gemäß dem § 3 Z.6 Bundessportförderungsgesetz 2017 oder Sportler, die ihre sportliche Tätigkeit beruflich ausüben und daraus Einkünfte erzielen oder bereits an internationalen Wettkämpfen teilgenommen haben, sowie deren Betreuer und Trainer und Medienvertreter. Der Großteil der österreichischen Voltigierer, darunter ausgezeichnete Sportler im nationalen Bereich, die für internationale Wettkämpfe trainieren sollten, stehen aber still.

Sie müssen deshalb pausieren, da das Betreten von Sportstätten, die sich nicht im Freien befinden, untersagt ist. Ausgenommen von diesem Verbot ist die regelmäßige Nutzung von Sportstätten im Rahmen des Regelunterrichts, denn für diesen gilt die oben zitierte Verordnung mit Ausnahmen der Sicherungsregeln, wie Abstand, Masken oder Test nicht. Damit in naher Zukunft auch mit dem Voltigiertraining in Reithallen wieder begonnen werden darf, wurde von einer Gruppe Salzburger Voltigiertrainer und Voltigierer eine österreichweite Petition gestartet mit dem Ziel, auch diese Sportart wieder ausüben zu dürfen, um Österreichs Nachwuchstalente und deren Pferde wieder wettkampffähig zu machen. Denn es geht nicht alleine um die Sportler.

Auch Pferde brauchen ein artspezifisches Training. Für ein Voltigierpferd heißt dies, ein Training mit einem Voltigierer am Rücken, der seine Übungen turnt und das Pferd dabei herausfordert, weiterhin gleichmäßig, ruhig und besonnen zu galoppieren und die Bewegungen des Sportlers am Rücken auszubalancieren. Bleibt zu hoffen, dass sich der Petition "Mach Voltigieren laut" unter "www.petitionen.com/mach_voltigieren_laut" auch möglichst viele Entscheidungsträger anschließen, damit wenigstens 2021 wieder Voltigiertrainings und Wettkämpfe stattfinden dürfen!

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