Donnerstag, 23.09.2021 16:47 Uhr

Österreich bereitet sich auf Blackout vor!

Verantwortlicher Autor: Haas Wels/Österreich, 15.07.2021, 10:28 Uhr
Presse-Ressort von: Dr. Franz Haas Bericht 2806x gelesen
Informationsveranstaltung Wels
Informationsveranstaltung Wels  Bild: Feuerwehr Wels

Wels/Österreich [ENA] Nachdem das Österreichische Bundesheer in der sicherheitspolitischen Jahresvorschau 2020 das Auftreten eines Blackouts mit einer sehr hohen Eintrittswahrscheinlichkeit binnen der nächsten 5 Jahre einschätzt, klärt Österreich seine Bevölkerung über den totalen Stromausfall und seine Folgen auf.

In einer groß angelegten Informationsveranstaltung lud die Feuerwehr der Stadt Wels am 14.7. die Bürger der Stadt ein, sich mit dem Thema Blackout und den daraus resultierenden Folgen näher zu beschäftigen. Ziel der Veranstaltung war, die Bürger der Stadt aufzuklären, was man im Fall eines Blackouts zu erwarten hat und welche eigenverantwortlichen Schutzmaßnahmen man dagegen vorbereiten kann. FH-Prof. DI Dr. Wilhelm Süßenbacher des Studiengangs angewandte Energietechnik (AET) präsentierte dem Publikum das Zusammenspiel der europäischen Energiewirtschaft und der sich daraus ergebenden Vorteile und Risiken.

Laut seinen Ausführungen betragen die volkswirtschaftlichen Kosten eines österreichweiten Stromausfalls pro Tag rund 1,2 Mrd. EUR, das entspricht den volkswirtschaftlichen Kosten eines österreichweiten Corona-Lockdowns von 12 Tagen. Dennoch war er in seinem Vortrag zuversichtlich, dass die Stromversorgung Österreichs binnen 8 Stunden wieder hergestellt werden könnte. Dieser Meinung konnten sich die Vertreter des Katastrophenstabes allerdings nicht anschließen. Sie gehen von einem Stromausfall bei einem Blackout von 3 Tagen und mehr aus. Tatsächlich schließt sich dieser Meinung auch eine Studie des deutschen Büros für Technikfolgenabschätzung (TAB) aus dem Jahr 2010 an:

"Spätestens am Ende der ersten Woche wäre eine Katastrophe zu erwarten mit gesundheitlichen Schäden für die Bevölkerung sowie einer mit lokal bzw. regional verfügbaren Mitteln und personellen Kapazitäten nicht mehr zu bewältigenden Problemlage." Deshalb riet die Feuerwehr Wels den Besuchern auch eine Bevorratung von Lebensmittel und Getränken für mehrere Tage, sowie Vorbereitungen zu treffen, wie Speisen zubereitet werden können. Wichtig sei auch an Kleinkinder zu denken, denn die benötigen Essen und Trinken noch mehr als Erwachsene. Auch an die menschlichen Bedürfnisse, insbesondere in Wohnungen sollte man denken, Notfall-WC Packs würden dazu ausgezeichnet helfen. Die erste Anlaufquelle für Informationen könnten Autoradios sein.

Selbstschutz ist der beste Schutz, unter dieser Devise erklärte die Feuerwehr Wels, dass es alleine zur Rettung von Personen, die im Falle eines Blackouts in Aufzügen und Liften stecken würden, mehrere Stunden dauern würde, um alle zu befreien. Aber auch die Mitglieder der Einsatzorganisationen selbst würden im Falle eines Blackouts vor dem Problem stehen, einerseits die Familien in ihren Nöten verlassen zu müssen, andererseits überhaupt ihren Stützpunkt zu erreichen. Nachdem dieses düstere Szenario bei den Besuchern teils tiefe Besorgnis verursacht hatte, brachte der Vorstandsdirektor der EWW-Gruppe Ing. Wolfgang Nöstlinger doch auch etwas Erfreuliches mit, indem er die Vorsorgemaßnahmen des Energieversorgers erörterte.

Durch jährliche Großübungen mit teilweise tatsächlichen Stromabschaltungen werde ein Blackout in Zusammenarbeit mit den Einsatzorganisationen geübt, um für den Ernstfall gerüstet zu sein. Alle waren sich aber in der Abschlussdiskussion einig, Blackout ist eine ernst zu nehmende Gefahr. Selbstvorsorge jedes einzelnen Bürgers ist ebenso gefragt, wie bundesweit zu treffende Vorsorgemaßnahmen, etwa der Energieversorger und der Einsatzorganisationen. Deshalb startet auch das österreichische Bundesheer 2021 eine Schwerpunktaktion zu diesem Thema.

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