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Regierung läßt Sportvereine im "Corona-Regen" stehen

Verantwortlicher Autor: Haas Österreich, 26.05.2020, 10:05 Uhr
Presse-Ressort von: Dr. Franz Haas Bericht 7221x gelesen
Vizekanzler Kogler
Vizekanzler Kogler  Bild: Bundeskanzleramt

Österreich [ENA] Die Corona-Krise setzt den 15.000 Sportvereinen Österreichs mehr und mehr zu. Deshalb hat Sport Austria mit seinen Dach- und Fachverbänden viel Know-How in die Erarbeitung eines Hilfspakets für die österreichischen Sportvereine investiert und der Bundesregierung vorgelegt.

Vizekanzler und Sportminister Mag. Werner Kogler hat dem österreichischen Sport bereits im März finanzielle Unterstützung zugesagt und auch in mehreren Pressegesprächen betont, die österreichischen Sportvereine wegen des erlittenen Totalausfalls finanziell zu unterstützen. Gesprochen wurde von einem 700 Millionen-Paket für Kultur und Sport. Das ließ natürlich auch die schwer betroffenen Sportvereine auf rasche Hilfe hoffen. Allerdings blieb es bislang alleine bei der Hoffnung, und die stirbt ja bekanntlich zuletzt. Allerdings sind durch die bislang fehlende Hilfe bereits jetzt Sportvereine im Sterben.

Am 22. April wandte sich daher der Autor, der selbst als Obmann eines Sportvereins hoffen durfte, an den Vizekanzler und Sportminister mit dem Ersuchen um Aufklärung, wie ein Sportverein zur angekündigten Unterstützung kommt. Noch am selben Tag wurde diese Anfrage - ja man kann sie auch als Hilferuf bezeichnen - über Auftrag des Vizekanzlers von der Pressereferentin des Sportministers dahin beantwortet, dass "der Vizekanzler und sein Team mit Hochdruck daran arbeiten, Unterstützungsmöglichkeiten für Vereine zu ermöglichen. Die Ergebnisse und die konkreten Möglichkeiten der Hilfe für Vereine werden in den nächsten Tagen bekanntgegeben." Das war am 22.4.2020! Bis zum 21. Mai waren die "nächsten Tage" noch immer nicht gekommen.

Eine neuerliche Anfrage vom 21. Mai 2020 blieb bislang unbeantwortet. Auch Sport-Austria Präsident Hans Niessl geht es nicht anders, auch er spricht sehr deutlich: "Wir von Sport Austria fordern seit Wochen eine entsprechende Entschädigung für die Sportvereine. Es wurde auch zugesagt, dass die Strukturen im April stehen, es im Mai zu Auszahlungen kommt. Das war nicht der Fall. Daher die Forderung an Vizekanzler und Sportminister Kogler, dass die Versprechen eingehalten werden. Die Abwicklung über eine Stelle weckt die Befürchtung, dass der Sport noch länger auf Auszahlungen warten muss. Für viele Vereine ist aber Gefahr im Verzug, nämlich die Gefahr zahlungsunfähig zu werden, es drohen Auflösungen."

Und in einem offen Brief an die österreichischen Vereine meint Niessl: "Österreichs Sport forderte keine Privilegien, er forderte lediglich – so wie alle anderen gesellschaftlichen Bereiche – eine angemessene finanzielle Unterstützung, um seine bedeutende Rolle weiterhin ausüben zu können. Und diese kann sich sehen lassen! Nicht weniger als 330.000 Arbeitsplätze sind direkt oder indirekt auf den Sport zurückzuführen, 18 Milliarden Euro (inklusive Tourismus und Sportartikelhandel) löst der Sport Jahr für Jahr direkt und indirekt in der österreichischen Wirtschaft aus und 530 Millionen Euro erspart er der Republik jährlich an Gesundheitskosten. Beeindruckende Zahlen, die ohne Hilfe aber akut gefährdet wären!"

Und tatsächlich hat der Sport zwei Millionen Mitglieder in Österreich, er ist damit die drittgrößte Organisation nach der Arbeiterkammer und der Katholischen Kirche. Von diesen zwei Millionen, sind ca. 570.000 auch freiwillig und ehrenamtlich tätig und investieren zudem derzeit noch Privatvermögen, um Sportvereine vor dem Ruin zu retten. Bleibt zu hoffen, dass schnell und unkompliziert auch die österreichische Bundesregierung reagieren wird und Versprechen in Pressekonferenzen in Taten umsetzt! Aber wie schon gesagt: Vereine werden sterben, nur die Hoffnung stirbt zuletzt!

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